Sonntag, 11. Dezember 2016

POST NR 74 Hintertürchen 2

Jetzt hätte ich doch fast vergessen die Fortsetzung der Geschichte zu veröffentlichen. Jetzt aber schnell. Aber vielleicht hast du sie heute ja auch schon hier gelesen.

Die Geschichte vom Eichhörnchen und Frau Eule...

Die Geschichte vom Eichhörnchen und Frau Eule  
Der große weite Wald hatte sein schönstes Kleid angezogen: Die ehemals eintönigen grünen Blätter leuchteten von weitem in den herrlichsten Farben: Gelb, orange, hell- und dunkelrot, lila und braun… es war ein richtiges Feuerwerk.
Und mit den sich täglich verändernden Farben wurden auch jede Menge Früchte an den Bäumen reif – Tannenzapfen hatten dicke Samen an den Unterseiten, wilde Beeren, Äpfel und vor allen Dingen Schalenfrüchte wie Nüsse, Eicheln, Bucheckern gab es in rauhen Mengen.
Das war die Zeit der fleißigsten Sammler im Wald: Kleine rotbraune Eichhörnchen flitzten unentwegt die Stämme rauf und runter, sammelten was sie tragen konnten und bunkerten ihre Schätze in den unterschiedlichsten Verstecken:
Hoch auf dem Baum oder unter den Wurzeln, in Erdhöhlen und auch unter Moosbergen im Wald. Clever wie die kleinen Gesellen waren – unterhielten sie sich in ihrer fiependen Sprache – riefen sich Kommandos zu und teilten sich die Arbeit – der eine suchte – der nächste schleppte – wieder einer versteckte das klappte reibungslos – bis die Kette auf einmal ins Stocken geriet. Ida versuchte verzweifelt ihrem Gegenüber eine Warnung zuzurufen weil sich über ihnen ein großer Adler zu einem Angriff bereit machte – doch nur ein heiseres Krächzen kam aus ihrer Kehle. Zum Glück hatte ein anderes Eichhörnchen die Gefahr erkannt und den Warnruf ausgestoßen – so dass alle rechtzeitig im Unterholz und auf den Bäumen gerettet waren. Unser Eichhörnchen aber versuchte immer noch verzweifelt etwas zu sagen – doch noch immer kam nichts ausser ein paar fiepigen Geräuschen. Die Freunde überlegten krampfhaft, was sie wohl tun könnten um zu helfen.
Da näherte sich von oben Frau Alma Eule – schick gewandet mit einer bunten Pudelmütze. Bewundernd schauten die Eichhörnchen sich die Pracht an und Frau Eule wusste auch sofort Rat: „Eure  Freundin hat sich derbe erkältet – die hat bestimmt eine Kehlkopfentzündung oder eine Angela oder so, kein Wunder bei der Rennerei – erst schwitzen – dann der Wind – dann auch noch frieren – die braucht was Warmes um den Hals! Sowas wie ich meine Mütze… Die Eichhörnchen wollten wissen – wo man denn so was Tolles her bekommen würde und lauschten interessiert was Frau  Alma Eule berichten konnte:
„Auf der Lichtung vor dem Wald wohnt seit einiger Zeit eine ganz liebe ältere Frau, die heißt Gundula – sie lebt dort ganz alleine und kümmert sich jetzt um alle Tiere, denen es schlecht geht – mir sind ja peinlicherweise die ganzen Federn auf’m Kopp ausgefallen – ich hatte ständig Kopfschmerzen – da hat sie mir diese tolle Mütze gestrickt!“ Ich nehme die Süsse mal mit – mal sehen was Gundula für sie  tun kann.
Einträchtig hüpften die Beiden über den weichen Waldboden bis zur Lichtung und als Gundula die Zwei kommen sah – eilte sie ihnen entgegen. Das Eichhörnchen versuchte ein paar Töne los zu werden doch auch hier kam nur das schon bekannte Krächzen aus ihrer Kehle. Gundula wusste sofort Bescheid – nahm das kleine  Mädel hoch, setzte sie auf ihren Küchentisch und kochte erst einmal einen leckeren Pfefferminztee. Während das Eichhörnchen ihn vorsichtig schlürfte – zog sie ihre Stricknadeln aus der Schublade und zicke zacke entstand ratzfatz ein wunderhübscher kleiner Schal, der mindestens so schön leuchtete wie die Blätter im Wald. Aus dem Schrank nahm sie einen Tiegel mit Erkältungssalbe, massierte diese vorsichtig auf ihren Hals und wickelte den Schal darum. „So kleiner Schatz in ein bis zwei Tagen bist du wieder gesund – jetzt lauf zurück zu deiner Familie und ruh dich in deinem Kobel etwas aus! Du wirst sehen – bald geht es dir wieder bessID_28098_orig_200x200 ID_27961_orig_200x200
Nachdem sich das kleine Eichhörnchen bei Gundula bedankt hatte – lief es zurück und tatsächlich – es vergingen keine zwei Tage und es war genauso munter wie vorher und konnte ihren Kollegen wieder alles zurufen was es zu erzählen gab und auch die Warnungen vor den großen gefrässigen Greifvögeln ausstoßen – den Schal aber, den hat das Eichhörnchen bis heute nicht abgelegt!

Weihnachtlich Grüße
Uschi

Kommentare:

  1. Angela.... oder so..... Einfach großartig!!!! Eine liebevolle Geschichte - so süß!!!!
    @ Conny: Chapeau meine Liebe! Die ist Dir wunderbar gelungen!
    GLG Anni

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  2. So liebevoll geschrieben.

    Viele Grüße
    Gabi

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Vielen Dank für Euren lieben Kommentar - Ich freue mich über jeden einzelnen sehr. Leider musste ich wieder sie Sicherheitsabfrage einschalten, da z.Z. die Spameinträge wieder so überhand nehmen. :-((